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Reformierte Frömmigkeit ist das Glaubensleben, das im Einklang mit den Gnadenlehren gelebt wird. Sie ist nicht bloss intellektuelle Zustimmung zu einem theologischen System, noch ein kalter Formalismus. Sie ist eine warme, erfahrungsgeprägte, zutiefst biblische Weise, mit Gott zu wandeln — eine Weise, die aus dem reformierten Verständnis der Schrift, der Erlösung und des christlichen Lebens fliesst. ^[raw/en/wcf-intro.md]
Die Andachtsserie, die dieses Wiki hervorgebracht hat, verkörpert in ihrem Aufbau reformierte Frömmigkeit. Jede Episode folgt einem Muster, das die reformierte Tradition widerspiegelt: das Wort lesen, es in der Schrift gründen, von den grossen Lehrern lernen, auf das Herz anwenden und beten.
Dies ist keine Vorlesungsreihe. Es ist eine geistliche Pilgerreise, dazu bestimmt, beim Gehen, Autofahren oder Arbeiten gehört zu werden — ein aufs Hören ausgerichteter Begleiter auf dem Glaubensweg. ^[raw/en/wcf-intro.md]
Reformierte Frömmigkeit ist wortzentriert. Die Bibel ist nicht bloss eine Quelle religiöser Einsicht unter vielen; sie ist die Richtschnur — die einzige Richtschnur —, an der aller Glaube und alles Leben gemessen werden muss. Unsere Meinungen müssen sich ihr unterordnen. Unsere Praxis muss sich ihr anpassen. Unsere Herzen müssen von ihr geformt werden. ^[raw/en/wcf-ch01-s01.md]
Johannes Calvin beschreibt das Universum als ein „Theater der Herrlichkeit Gottes", besteht jedoch darauf, dass die Sünde uns so verblendet hat, dass wir die Schrift brauchen, um es recht zu sehen. Der Geist und das Wort sind in einer unauflöslichen Einheit miteinander verbunden. ^[raw/en/wcf-ch01-s05.md]
Reformierte Frömmigkeit erkennt an, dass die Bibel objektiv genügsam ist — die Wahrheit steht auf dem Blatt —, das menschliche Herz jedoch, von der Sünde verfinstert, diese Wahrheit ohne die Erleuchtung des Geistes nicht erfassen kann. Derselbe Geist, der das Wort eingegeben hat, muss unsere Augen öffnen, damit wir seine Herrlichkeit sehen. ^[raw/en/wcf-ch01-s06.md]
Dies ist das Gleichgewicht: Wir sind weder Rationalisten, die meinen, die Bibel könne allein durch menschliche Vernunft verstanden werden, noch Schwärmer, die meinen, der Geist rede abseits vom Wort. Der Geist redet durch das Wort. ^[raw/en/wcf-ch01-s05.md]
Reformierte Frömmigkeit wählt nicht unter den Lehren aus. Sie umarmt den ganzen Ratschluss Gottes. Thomas Watson ermahnt die Gläubigen, „Schriftmenschen, Bibelchristen" zu sein — Männer und Frauen, deren Glaube im ganzen Wort gegründet ist. ^[raw/en/wcf-ch01-s04.md]
Die Puritaner haben dies vorgelebt. Sie lasen das Gesetz, die Propheten, die Evangelien, die Briefe — nicht nur die angenehmen Teile. Sie verstanden, dass „der Mensch, der nicht vor dem Wort Gottes zittert, den Gott des Wortes noch nicht kennt" (John Owen).
Ein charakteristisches Merkmal reformierter Frömmigkeit ist, dass Theologie in Anbetung mündet. Jede Episode der Andachtsserie schliesst mit einem Gebet, denn Gotteserkenntnis, die nicht zur Anbetung Gottes führt, ist keine wahre Erkenntnis. ^[raw/en/wcf-intro.md]
Wie das Bekenntnis von Gott erklärt: „Ihm gebührt von Engeln und Menschen und jedem anderen Geschöpf alle Anbetung, aller Dienst und aller Gehorsam, den er von ihnen zu fordern geruht" (WCF 2,2). Unser ganzes Leben soll als Antwort auf den allgenügsamen Gott gelebt werden. ^[raw/en/wcf-ch02-s02.md]
Reformierte Frömmigkeit nähert sich den tiefen Dingen Gottes — der Dreieinigkeit, der Menschwerdung, dem ewigen Ratschluss — mit Demut. Wie Francis Turretin darlegte, ist die Dreieinigkeit nicht gegen die Vernunft, sondern über der Vernunft. Wir beten an, wo wir nicht völlig begreifen können. ^[raw/en/wcf-ch02-s03.md]
Die Lehre von Gottes Ratschluss (WCF 3,1) demütigt das Geschöpf zutiefst. B.B. Warfield schrieb: „Der Mensch, der noch nie das erdrückende Gewicht des göttlichen Ratschlusses gespürt hat, hat noch nicht das ABC der wahren Religion gelernt." ^[raw/en/wcf-ch03-s01.md]
Reformierte Frömmigkeit findet Heilsgewissheit nicht in der Selbstbeobachtung, sondern indem sie von sich selbst weg auf Christus schaut. Der unbedingte Ratschluss (WCF 3,2) treibt den Gläubigen von sich selbst weg und zu Gott hin. Wie Thomas Watson angefochtenen Seelen rät: „Schau nicht auf deinen Glauben als Grund deiner Erwählung, sondern schau auf deine Erwählung als Grund deines Glaubens." ^[raw/en/wcf-ch03-s02.md]
Reformierte Frömmigkeit ist zutiefst trinitarisch. Der Gläubige betet zum Vater, durch den Sohn, im Geist. Jeder geistliche Segen kommt vom Vater, durch den Sohn, im Geist. Wie A.A. Hodge schreibt: „Die Lehre von der Dreieinigkeit ist kein Stück abstrakter Theologie, das man lernt und dann beiseitelegt. Sie ist eine Wahrheit, die gelebt werden muss." ^[raw/en/wcf-ch02-s03.md]
Reformierte Frömmigkeit weiss, dass das christliche Leben auf Dauer von Gnade getragen wird. Die Zahl der Erwählten ist bestimmt (WCF 3,4), und diejenigen, die Gott erwählt hat, werden bis ans Ende ausharren — nicht weil sie stark sind, sondern weil Gott treu ist. Diese Wahrheit demütigt und tröstet zugleich. ^[raw/en/wcf-ch03-s04.md]
Reformierte Frömmigkeit drückt sich aus in: